Eine Marke der Meinlschmidt Raumkonzepte
ERDGESCHICHTEN
Für die Mitarbeiter von Marti sollte eine Bürolandschaft entstehen, die funktional, wertschätzend und bedürfnisorientiert ist.
Dafür wurden in einem Geschäftsleitungs- und einem Mitarbeiterworkshop erarbeitet, was die gegenwärtigen Aufgaben und zukünftigen Herausforderungen von Marti Deutschland sind und wie das Büro der Zukunft dafür gestaltet sein muss.
Der Spagat zwischen Büro und Baustelle, das Büro als Homebase mit Familienkultur und die Leidenschaft für Innovation sind Hauptinspirationsgeber dieses Konzeptes.
Sandra’s Beobachtungen als Innenarchitektin von Office Vision:
Was ich schon sehr früh im Prozess feststellen konnte, war dass sich die Mitarbeiter bereits sehr gut mit der Marke und dem Kerngeschäft von Marti, dem Tunnelbau, identifizieren konnten. Die Mitarbeiter fungieren als Vermittler zwischen dem, was die Natur bietet und den Möglichkeiten moderner Technik, um nutzbaren Raum für Menschen zu schaffen, als Hochbau, als Tunnelbau usw.
Manche Mitarbeiter tuen das sehr Abstrakt und am Bildschirm, Andere eher hybrid im Büro und auf der Baustelle. Auch die Vielschichtigkeit der Marti Gruppe sollte im neuen Büro visualisiert werden.
Das Thema Erdschichten eignete sich dazu besonders gut. Die Unterschiedlichen Erd- und Blautöne bieten nicht nur eine angenehme Farbwelt zum arbeiten sondern schaffen auch Identität. Identität war ein anspruchsvolles Thema in diesem Projekt. Das Büro sollte eindeutig ein „Marti-Büro” werden, durfte aber nicht in den CI Farben Gelb und Schwarz ertrinken. Deswegen haben wir die Firmenfarben im Büro nahezu komplett ausgelassen und dafür einige Bereiche in den Wasch- und Sanitärräumen in Marti-Gelb getunkt. Eine Farbdusche, die mit einem Augenzwinkern die Corporate Farben begehbar macht und mit ihrer Energie den ein oder anderen Kaffee am Tag obsolet macht.
Grafik:
Im Büro deuten besonders die grafischen Elemente auf das hin was die Firma mit Stolz erfüllt:
Eine Vortriebsmaschiene, die als Grafik zur Sichtschutzfolie aufbereitet wurde und sich so durch alle Glastrennwände gräbt.
Mehrere Fotos von Tunnelbauprojekten dienen als raumvertiefendes Element in Form von Motivtapete. Projekte die Stolz machen wie zum Beispiel die Swiss Life Arena wurden als akustisch wirksame Bilder in den Besprechern insceniert.
Das besondere am Prozess:
Die Geschäftsführung hatte das neue Büro mit klarem Anspruch in Auftrag gegeben: „Bei uns sind alle Mitarbeiter gleich viel wert!” Deswegen wurde im Ursprung für jeden Mitarbeiter ein Einzelbüro geplant. Nach den Workshops konnten wir feststellen, dass für einige Mitarbeiter das Bedürfnis nach kreativem Austausch größer war, als das Bedürfnis nach einem eigenen Raum, sodass wir einige Wände aus dem Grundriss rausnehmen durften um mehr Gemeinschaftsflächen und kollektives Arbeiten zu ermöglichen. An einem der Workshops durfte ausnahmslos jeder Mitarbeiter teilnehmen, um die neue Arbeitswelt mitzugestalten, auch dies war Wunsch der Geschäftsführung.
Was das Projekt für mich bis heute einzigartig macht:
Das Projekt durfte ich von den ersten Gesprächen, über die Workshops und die Planung bis zur Fertigstellung begleiten. Bis dato hatte ich Projekte in dieser Größe hauptsächlich in einigen Leistungsphasen betreut aber die Gelegenheit vom absoluten Anfang bis zum Ende dabeibleiben zu können, kannte ich nur von kleineren Projekten.
Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden, konnte ich die Vielschichtigkeit dieser Reise in ein neues Arbeitsumfeld planerisch aber auch emotional nachempfinden. Bei meinem letzten Besuch im fertigen Büro hatte ich die Gelegenheit einige Mitarbeiter zu fragen, wie sie sich im neuen Büro eingelebt haben und ob es auch wirklich zu ihnen passt. Für die vielen positiven Rückmeldungen bin ich unwahrscheinlich dankbar und fühle mich darin Bestätigt, dass Teilhabe der Schlüssel zu einem guten Ergebnis sind.
Mein Fazit:
Wer einen guten Entwurf machen will, muss den Anwender verstanden haben. Mit unserem Workshopportfolio möchte ich genau das erreichen. Ich möchte möglichst vielen Menschen den Weg zu einer, nicht nur ästhetischen, sondern vor allem richtigen Arbeitsumgebung aufzeigen. Ich bin Dankbar für das Vertrauen von Marti, und stolz dass ich meinen Teil dieser Reise beitragen konnte.
Das Projekt
in Daten und Fakten
/ Planung und Projektleitung: Lara Beilharz und Michael Ortmann
/ Architekt: Schmelzle+Partner mbB Architekten BDA
/ Projektzeitraum: Februar 2024 – September 2025
/ Gesamtfläche: 900 qm
/Marken: Sedus, Vitra, System 180, Interstuhl
/ LARA BEILHARZ
Innenarchitektin B.A.
Office Vision GmbH
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